Werner Heisenberg
Geboren: 05.12.1901 | Beruf: Physiker
Werner Heisenberg
Seine Liebe zu München brachte den am 5. Dezember in Würzburg geborenen Ausnahmewissenschaftler immer wieder in diese Stadt zurück. Er sagte ,daß sie immer dem Neuen aufgeschlossen sein wird und die Früchte der Toleranz ernten wird. Na hoffentlich, mag man sich denken.
Heisenbergs Errungenschaften um die Welt der Physik, sind bis heute bahnbrechend. Nicht nur das Periodensystem der Elemente geht auf ihn zurück, ihm ist es auch zu verdanken, dass die ganzen falschen alten atomaren Gesetzte, ihre Bedeutung verloren haben und ein neuer Weg, bei der Erforschung der kleinsten Teilchen, die das Gefüge der Welt bilden eingeschlagen werden konnte.
Begonnen hat das ganze auf einem Pfadfinderausflug, auf dem der damals 19 Jahre alte Heisenberg, eine Atomzeichnung sah mit der er nicht zufrieden war. Das waren aber einmal so richtige Pfadfinder (sic.). Die Atome waren dort mit Haken und Ösen verbunden, was dem Jugendlichen unsinnig vorkam. Von da an war sein interesse geweckt und er widmete sich den elementaren Zusammenhängen der Atomphysik.
An der Münchner Universität legte er sein wissenschaftliches Fundament indem er unter Professor Sommerfeld theoretische Physik studierte. Sein Ziel war es, die ungelösten Probleme der Atomstruktur aufzudecken und wissenschaftlich fundiert zu lösen.
Schon in der Schule war Heisenberg ein Ausnahmeschüler. Auf seinem Abiturzeugnis, welches er am renommierten Max Gymnasium erhielt, gab es bis auf eine Ausnahme nur Einser. In Deutsch scheiterte er kläglich mit einer Zwei... Während dieser Zeit liest er zum ersten Mal etwas von Plato, dessen Philosophie ihn sein ganzes Leben lang weiter beeinflussen wird.
1918 wird Heisenberg noch während seiner Schulzeit zum Kriegshilfsdienst eingezogen und muss auf einem Bauernhof bei Miesbach arbeiten. Die schwere körperliche Arbeit beurteilt der Wissenschaftler im nachhinein, als sehr lehrreich und für seine Entwicklung sehr positiv.
Nach dem Studium in München, das er in Rekordzeit absolvierte, wobei er auch noch parallel als Mitautor von Sommerfeld ein Buch publizierte, gelang es dem Physiker Max Born, Heisenberg zu sich nach Göttingen zu holen. Dort gaben sich Anfang des Jahrzehnts alle berühmten Physiker sozusagen die Klinke in die Hand.
Das „Wunderkind“ wurde auch dort seinem Ruf gerecht und Born lobte den jungen Physiker in höchsten Tönen. Er sei Unerhört begabt, bescheiden, eifrig, freundlich und begeisterungsfähig. In Göttingen bemühte er sich den Übergang vom Bohrschen Atommodell, das nur symbolisch brauchbar war, zur wirklichen Quantenmechanik herzustellen.
Auch schon früher machte Heisenberg, von Allergien geplagt, seine Gesundheit zu schaffen, doch diesmal sollte es besonders schlimm werden. Nach einer heftigen Heuschnupfenattacke 1925, kam es so weit, dass er auf der Suche nach Linderung Göttingen verlässt und nach Helgoland reist.
Als Fünfjähriger wäre er beinah an einer Lungenenzündung gestorben und in diesem Licht, lässt sich die Abreise wohl besser verstehen.
Nicht mehr von den Pollen geplagt, sozusagen mit freier Birne, gelang ihm der Durchbruch bei seinen Überlegungen und binnen kurzer Zeit verfasste er seine maßgebliche Arbeit: „Über quantentheoretische Umdeutung kinematischer und mechanischer Beziehungen“.
Dabei entstand sein berühmtes positivistisches Prinzip das besagt, dass man nur prinzipiell beobachtbare Größen in der Atomphysik zur Beschreibung von Sachverhalten heranziehen darf. Ungenaue Bezeichnungen wie zum Beispiel „Bahn des Elektrons im Atom“ wurden in seinen Überlegungen ausgeschlossen. Aufgrund seiner Arbeit, konnten die Physiker Born und Jordan mit Heisenberg zusammen die Neue Quantenmechanik ableiten, welche unter dem Namen „Göttinger Matrizenmechanik“ Bekanntheit erlangte. (Nie gehört, was...) Mit Niels Bohr zusammen, erforschte er die Hintergründe der neuen Theorien genauer und leitete daraus schließlich seine oft zitierte „Heisenbergsche Unschärferelation“ ab, welche unter anderem den Grundstein für die „Kopenhagener Deutungen“ der Quantenmechanik bilden sollten.
Im selben Jahr noch, wurde der erst 26 jährige zum Ordinarius für theoretische Physik an der Uni Leipzig ernannt. Obwohl er sich lieber auf dem Posten seines Exprofessors Sommerfeld in München gesehen hätte, scheiterte dies, weil er kein Parteigenosse der Nazis war. In der Hauptstadt der Bewegung...
Von dieser Seite her, setze man allerlei böse Gerüchte über ihn in Umlauf und hörte erst zu Beginn des Krieges damit auf, weil man ihn für die Atomenergieversuche brauchte. Während dessen lernte er auch seine zukünftige Frau Elisabeth Schumacher, eine Buchhändlerin kennen. Er Heiratete sie 1937 in Berlin wo er sich aufgrund seiner Forschungen gerade befand. Das deutsche „Uran-Projekt“, an dem er mitarbeitete, sollte dann auch viel von seinem guten Ruf zerstören, den er sich hart erarbeitet hatte und der 1933 mit dem Erhalt des Nobelpreises gekrönt wurde. Man warf ihm vor, Hitler in die Nähe der Atombombe gebracht zu haben, obwohl er mit einer solchen Aufgabe nie direkt belegt worden war.
Sein Ziel und seine Aufgabe war es einen Atomreaktor zur Energiegewinnung zu bauen, was ihm aber nicht gelang, weil er den kritischen Punkt der Neutronenvermehrung nicht überwinden konnte. Die Schuld dafür, gab er den schlechten Kontakten zwischen Staat und Wissenschaft die sich misstrauisch, wenn nicht sogar feindlich gegenüber standen.
Obwohl es ihm Kopfzerbrechen bereitete und er es als gräßlich empfand Hitler die Möglichkeit Atomenergie kriegerisch zu nutzen, wurde er Kopf des „Uran-Projektes“. In einem vorhergegangene Gespräch mit Bohr sah er sich auf einmal einem Feind gegenüber. der ihm mitteilte, dass sich Physiker unvermeidlicher Weise wohl am Kriegsgeschehen beteiligen müssen.
Bohr tat dies, indem er die Amerikaner beriet und Heisenberg seinerseits, indem er mit den deutschen Forschern arbeitete. Heisenberg gab später zu, dass er das Projekt, eine Bombe zu bauen nicht direkt Verhindert hat, sondern einfach sagte, die Kosten wären so immens, dass es nicht zur Realisierung infrage kam. Ob das allerdings der Wahrheit entspricht, wagen viele zu bezweifeln und es wird gemunkelt, dass die Forscher um Heisenberg, die Probleme beim Bau der Bombe einfach nicht in den Griff bekommen haben. Statt dessen bemühten sich die Forscher darum einen Reaktor zu Bauen, der Maschinen antreiben sollte. Als der Krieg vorbei war, setzte sich Heisenberg auf sein Fahrrad und fuhr die 270 Kilometer zu seiner Familie. Die Amerikaner packten alles was sie finden konnten ein und transportieren es in die USA.
Seine Mitarbeiter beim Uranprojekt, die führenden zehn Wissenschaftler, werden Verhaftet und in ein Schloss in der Nähe von Versailles gebracht, wo man auch Heisenberg nach seiner Ergreifung hinbringt. Von dort geht es über Belgien nach Farmhall, einem britischen Landsitz in der Nähe von Cambridge, in dem es mehr Abhörmikrofone als Ziegelsteine gab.
Aus den Abhörprotokollen, die dort angefertigt wurden, geht schließlich auch hervor, dass die Wissenschaftler tatsächlich nur einen Reaktor Bauen wollten. Ob sie es gewusst haben oder zumindest geahnt, dass man sie abhörte ist nicht bekannt, wie auch.
Als die Amerikaner am 6 August ihre Bombe über Hiroshima zündeten, waren die Forscher entsetzt über das Ausmaß an Zerstörung das sie anrichtete. Heisenberg arbeitet bis zu seiner Freilassung, am 3..Januar 1946 in Farmhall an seinem Werk über “Die beobachtbaren Größen in der Theorie der Elementarteilchen” weiter. Sein wirtschaftspolitisches Hauptziel im Nachkriegsdeutschland war es, den Dialog zwischen Regierung und Wissenschaft aufrecht zu erhalten, um gezielt der Forschung Antrieb zu geben.
1949 wird er zum Vorsitzenden des Deutschen Forschungsrats berufen. 1952 wird der sechsmalige Vater zum Vorsitzenden des Europäischen Rats für Kernforschung (CERN) ernannt. Heisenberg, der sich auch noch maßgeblich am Aufbau der deutschen Atomindustrie beteiligte, kam 1958 wieder nach München zurück.
Er publizierte als nächstes seine „Einheitliche Theorie der Materie“ und erntete damit bei seinen Kollegen, die nicht zu überzeugen waren, Misstrauen und Skeptizismus. Lange versuchte er seinen „Universalansatz“, der das Gefüge der ganzen Physik erklären sollte zu beweisen, aber es gelang ihm bis zu seinem Tod nicht.
Die so genannte „Weltformel“ und die Versuche dazu, werden heute als gescheitert angesehen. Trotz der falschen Theorie, von der er bis zu seinem Ende überzeugt war, ist sein Verdienst unbestritten. Es schmälert auch in keinster Form seinen Ruhm, den er mit seiner Grundlagenforschung in der Quantenphysik geleistet hat und der heute noch seine Gültigkeit hat. Am 1. Februar 1976 starb der Sohn von August und Annie Heisenberg in München, wo er auch beigesetzt wurde.
For further information see:
http://www.aip.org/history/heisenberg/p01.htm